Aktuelle Ausstellung: Analoger Arbeitskreis Potsdam

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Vom 08.11.2025 bis 19.12.2025 findet die erste Ausstellung des Ananlogen Arbeitskreises im Potsdamer 11-Line statt.

11-LINE Potsdam — Galerie | Caffé | Bar
Charlottenstraße 119, 14467 Potsdam
https://11-line.de/

Der Analoge Arbeitskreis ist eine stetig wachsende Gruppe an Menschen, die sich für analoge, mechanische und handgemachte Fotografie begeistern. Seit Anfang des Jahres gibt es regelmäßige Treffen, in denen sich zu analogem Film und all seinen Facetten ausgetauscht wird. Zum Ende des Jahres stellen wir nun erstmals gemeinsam einige Werke von insgesamt acht der bisherigen Mitglieder aus — ohne Vorgaben oder einen thematischen Überbau. Was uns allesamt verbindet ist die analoge Fotografie sowie die Stadt Potsdam.


Aber:
Was ist überhaupt interessant an einer althergebrachten Technologie, die längst überholt scheint?

Die analoge Fotografie darf als ein entscheidender Vorreiter der modernen Digitalkultur gelten, in der inzwischen nahezu jeder Mensch mit taschentauglichen »Fotoapparaten« ausgestattet und gewöhnt ist an das Festhalten von Momenten in Datenwolken für später, für andere, für flüchtige Profile, Reprodukte und für scheinbar unendliche Möglichkeiten der Bearbeitung ohne unmittelbaren Preis. Fotografie hat sich nicht nur weiter entwickelt, sie hat sich gewandelt. Vieles, was den Werdegang eines analogen Fotos — heute wie damals — ausmacht, spielt in der digitalen, heute gängigen Praxis keine nenneswerte Rolle mehr und kann als vollkommen andere Form des Ausdrucks verstanden werden, bei der lediglich das Ergebnis eine annähernd ähnliche Form aufweist. Doch was scheint, das trügt. Das Spiel, welches Novalis einst das »Experimentieren mit dem Zufall« nannte, führt uns in der Analogen Fotografie über eine facettenreiche Landschaft der Emotionen, bevor wir ein plastisches Bild in der Hand halten und überdies zu einer Form der Wertschätzung des Vergänglichen, des Unkontrollierbaren sowie des Einzigartigen. Die Momentaufnahme wird zu einem teuren Gut, das seinesgleichen sucht und ihr vielstufiger Prozess gebietet Einhalt der unmenschlichen Gewissheit und der unerträglichen Zeit zwischen blindem Schnappschuss und fertigem Motiv, solange die Natur mitspielt. Ausgestattet mit begrenzten materiellen Ressourcen entsteht somit eine unmittelbare Verbindlichkeit, ob auf Reisen in der Fremde, im Alltag oder dem intimsten Stilleben.

Alle Magie geshieht im Dunkeln, im Ungewissen; jegliches Licht ist bildbestimmend — es kann als Instrument zur Gestaltung mit der bloßen Hand genutzt werden und jede Bewegung ist für immer spielentscheidend. Ob in der momentären Belichtung, der manuellen Filmentwicklung oder beim Handabzug in der Dunkelkammer, es gibt kein Zurück. Manch jemand kennt das noch aus einem echten Leben.


Alle Filme wurden manuell belichtet, selbst entwickelt und in der Dunkelkammer händisch abgezogen.
Ich stelle aktuell 20 vollständig analoge Exponate aus, darunter befinden sich

  • 6 analoge Farbhandabzüge, darunter eine Negativschichtung, eine Doppeltbelichtung und eine Farbsolarisierung
  • 2 Cyanotypien: ein Infrarotkontaktabzug auf Khadi-Papier sowie ein Kontaktfolienabzug mit Schablonen und Schwarzteetönung
  • 1 Pastellabzug eines Schwarzweißmotivs (Gelb)
  • 11 Schwarzweißhandabzüge, darunter eine Duktografie, ein Light Leakage, ein Infrarotabzug, eine Trangeografische Doppeltbelichtung in zwei Kameras and zwei Orten, eine Momentäre Doppeltbelichtung, ein Mittelformat Triptychon aus drei 6×6 Negativen jeweils zweifach belichtet, eine Kryografie mit dem Medium »Eis« als Linse (ohne Kamera)

Von einigen der Exponate exitieren bis Dato keine Scans, leidglich Negativdigitalisierungen ohne manuelle Dunkelkammerbearbeitung:

»Triptychon A«
Mittelformat Doppeltbelichtung
Handabzug 20×20
C2 Metallrahmen 30×30
»Triptychon B«
Mittelformat Doppeltbelichtung
Handabzug 20×20
C2 Metallrahmen 30×30
»Triptychon C«
Mittelformat Doppeltbelichtung
Handabzug 20×20
C2 Metallrahmen 30×30
»Conduit«
Momentäre Doppeltbelichtung: Schwarzweiß
Handabzug 30×40
Holzrahmen 40×60
Passepartout
»Liminal Pavillion«
Transgeografische Doppelbelichtung: Schwarzweiß
Handabzug 30×40
Holzrahmen 40×60
(Fotograf #2: Stanley Connell)
»Aquarium«
Farbbelichtung
Handabzug 24×30
C2 Metallrahmen 30×40
»FOMO«
Schwarzweißbelichtung
Handabzug 30×40
alter Holzrahmen, passgenau
»Glastreppe«
Negativschichtung zweier Farbbelichtungen
Handabzug 24×30
C2 Metallrahmen 30×40
Passepartout
»Blutmondin«
Momentäre Doppeltbelichtung: Farbnegativ
Handabzug 24×30
C2 Metallrahmen 30×40
»Zen Tauri«
Schwarzweißbelichtung
Handabzug (Baryt) 16×20
C2 Metallrahmen 30×30
»720nm Below Flatow«
Schwarzweiß-Infrarotbelichtung
Handabzug auf Postkarte 10×14
»Kult der Radome«
Farbnegativ
Handabzug 10×14
»Punktflucht«
Tungsten Farbnegativ
Handabzug 24×30
C2 Metallrahmen 30×40
»Morphfield«
eingefrorener Schwarzweißfilm, manuell belichtet, ohne Kamera
Exzerpt eines gesamttexturierten Films
Handabzug 30×40
Holzrahmen 40×60
Passepartout

Vernissage

Es folgen einige Fotos von einem Taschengehirn (digital):