「 東京と佐島 」 Juxtamorph

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Das moderne Japan erlebt eine merkliche humane Migration von ländlichen Gefilden hinzu großstädtischer Hast, Tokio mit seinen anliegenden Städten ist inzwischen die größte Metropolregion, zumindest auf dieser Erde. Gewissermaßen kann Japan als Blaupause für moderne Gesellschaften verstanden werden – von seinem flächendeckenden Bargelderhalt einmal ganz abgesehen –, wo Individuen zunächst in das urbane Paradigma genudged, anschließend gezogen und schließlich gezwungen werden, oft alternativlos oder ohne jede alternative idee.

東京と佐島 tōkyō to sajima stellt 37 Momente urbaner Künstlichkeit und ländlicher Entschleunigung in jeweils einer Doppelbelichtung auf einem einzigen Farbfilm gegenüber.

Ein Tag wurde vollständig der Insel 佐島 sajima (Sa Insel) gewidmet. Sie ist Teil eines größeren Archipels südlich des 瀬戸内海 seto naikai (Seto Inlandsees). Diese Insel verfügt über keinerlei Versorgungsinfrastruktur, beispielsweise im Bereich Ernährung, und besteht aus lediglich einer handvoll Privathäuser, die den Außenrand der dichten Bewaldung verzieren.

Der zweite Teil der Belichtungen erfolgte in Japans Hauptstadt 東京 tōkyō, zwischen den berühmten Bezirken 門前仲町 monzen-nakachō, 中野 nakano, 新宿 shinjuku und in Transit.

Jedes Bild enthält dementsprechend sowohl die Dynamiken der Metropole von Anonymität, Künstlichkeit und mechanischer Anmutung sowie die Impressionen inzwischen verwelkter, einsamer or verwahrloster Schalen und weitgehend in Ruhe gelassener Natur, die von all jenen zurückgelassen wurde, die bei der großen Idee Zuflucht suchten oder kurzerhand der um sich greifenden Schlichtheit entflohen.

Die Bilder sind ungefiltert sowie ohne konzeptionelle Auswahl in numerischer Reihenfolge des Films angeordnet, ganz, wie sie jeweils belichtet wurden.


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